Grüne Wärme.

Für Rostock und die Region.

Stadtwerke Rostock legen den offiziellen Grundstein für einen Wärmespeicher an der Warnow. Voraussichtliche Fertigstellung: Ende 2021.

Die Stadtwerke-Vorstände Ute Römer und Oliver Brünnich zusammen mit Johann-Georg Jaeger (r.), Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens. Foto: Margit Wild.
Die Stadtwerke-Vorstände Ute Römer und Oliver Brünnich zusammen mit Johann-Georg Jaeger (r.), Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens. Foto: Margit Wild.

Rostock, 27. März 2020 – Die Stadtwerke Rostock haben den offiziellen Grundstein für den Wärmespeicher in Rostock-Marienehe gelegt. Aufgrund der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der neuartigen Viruserkrankung COVID-19 fand die Zeremonie ohne Gäste und Pressevertreter statt.

„Der Wärmespeicher ist ein bedeutendes Projekt, mit welchem die Stadtwerke Rostock effektiv und wirtschaftlich die klimapolitischen Ziele der Hansestadt und der Bundesregierung weiter umsetzen“, sagt Oliver Brünnich, Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender.

Seit mehreren Jahren laufen die Vorbereitungen für den Bau des Wärmespeichers, der Ende 2021 in Betrieb genommen werden soll und den Anteil erneuerbarer Energien in der Strom- und Wärmeproduktion erhöht. Bislang produziert die Gas- und Dampfturbinenanlage der Stadtwerke in effizienter Kraft-Wärmekopplung sowohl Wärme als auch Strom, welche direkt in die entsprechenden Netze eingespeist werden. Das Stromnetz wird zusätzlich durch die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne belastet. „Bei laufender GuD-Anlage müsste dann die entsprechende Windkraftleistung berücksichtigt und unsere Anlage eventuell abgeregelt werden. Dank Wärmespeicherung ist dies in Zukunft nicht mehr nötig. Wir fahren unsere Anlage flexibler, das spart Erdgas und senkt den CO2-Ausstoß“, erklärt Oliver Brünnich weiter. Zudem wird der Speicher als Schnittstelle zwischen Fernwärmenetz und weiteren Technologien zur Wärmeerzeugung fungieren. Dann erfolgt die Wärmeversorgung zunehmend mittels verschiedener Arten erneuerbarer Energien – wie Abwärme, Wind und Sonne.

Der Wärmespeicher in Zahlen

Technisch betrachtet handelt es sich beim neuen Wärmespeicher um einen drucklosen Stahlbehälter (Flachbodentank), der im Prinzip wie eine Thermoskanne funktioniert. Er steht auf einer Fundamentplatte mit 151 Pfählen, jeder davon mit 90 Zentimetern Durchmesser und 38 Metern Länge. Der Speicher selbst kann bei einer Höhe von rund 55 Metern und einem Durchmesser von 35 Metern 45 Millionen Liter Warmwasser fassen. Damit könnte jeder einzelne Einwohner Rostocks etwa 1,5 Badewannen füllen. „Diese Menge reicht aus, um Rostock ein Wochenende mit Wärme und Warmwasser zu versorgen“, sagt Ute Römer, Vorstandsmitglied des Energiedienstleisters.

Über eine ausgefeilte Regelungstechnik werde der Speicher auf einem konstanten Füllstand gehalten. Die einen halben Meter dicke Isolierwand hält zudem die Wassertemperatur konstant bei bis zu 98 Grad Celsius. Ins Fernwärmenetz für Rostock gelangt das Wasser dann über Rohrleitungen, die auf einer gut 300 Meter langen Trasse verlegt werden.

Ansicht des Wärmespeichers am Warnowufer im geplanten Stadtwerke-Design.
Ansicht des Wärmespeichers am Warnowufer im geplanten Stadtwerke-Design.

Zur Gestaltung des Speichers

Bei der Dimension und Fernwirkung des zylindrischen Wärmespeichers wurde besonderer Wert auf die Außengestaltung gelegt. Ziel war es, dass sich der Speicher optisch in die Landschaft am westlichen Warnowufer integrieren lässt: „Farblich haben wir uns deshalb an den blaugrünen Tönen der Ostsee und der Umgebung Rostocks orientiert, die seit dem Marken-Relaunch im April 2019 zur Identität der Stadtwerke Rostock gehören“, erklärt Ute Römer.

Für die Gestaltung der Speicherhülle kommen pulverbeschichtete Trapezbleche im „Pixel-Design“ zum Einsatz. Die Anordnung erfolgt so, dass der Speicher nach oben hin farblich heller wird. Das Bauwerk erhält so eine sympathische und optisch unkonkretere Silhouette. Durch diesen „Unschärfe-Effekt“ hebt es sich von seiner markanten Industrieumgebung ab. Außerdem wirkt das Design somit einer möglichen Blendwirkung der Fassade bei starker Sonneneinstrahlung entgegen.

Der Bau des Wärmespeichers und seine Gestaltung wurden im Sommer 2019 mit umliegenden Ortsbeiräten, Ämtern, Partnern und dem Bau- und Planungsausschuss abgestimmt.


Die Grundsteinlegung in Bildern